Controlled Traffic Farming (CTF)

Ziel
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Minimieren von Bodenverdichtung
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Auflösen der Pflugsohle
Ansatz
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Permanente Fahrspuren mit RTK GPS
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Einheitliche Spurbreite für alle Maschinen (bei uns 1.77 m)
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Flache, bodenschonende Bodenbearbeitung
Effekte
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Bodenaufbau zwischen den Fahrspuren
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Verbesserte Wasserspeicherung und weniger Erosion
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Freie Wurzelausdehnung, geringerer Pflanzenstress
CTF als Basis für die Mosaik-Landwirtschaft
Dank dem CTF beobachten wir auf unseren Feldern eine stetige Verbesserung der Bodenstruktur. Da Poren sich über die Zeit aufbauen und nicht mehr verdichtet werden, kann Wasser versickern und Luft zu den Wurzeln gelangen. Tiefwurzelnde Pflanzen lockern auch den Unterboden. Schwere Bodenbearbeitungen wie beispielsweise Pflügen werden überflüssig.
Das CTF bildet die Grundvoraussetzung für die regenerative Mosaik-Landwirtschaft. Erst eine physisch intakte Bodeninfrastruktur erlaubt eine lebendige Bodenbiologie.

Mit Random Traffic Farming werden 85% der Fläche jedes Jahr befahren.

Mit CTF auf permanenten Fahrspuren werden 70% der Fläche nie befahren.
Ziel
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Lebensraum und Nahrungsquellen für Nützlinge in Laufweite der Kulturen
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Jäger-Beute Balance
Ansatz
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Kleinräumigkeit durch schmale Streifen (1.77 m)
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Möglichst immergrünes System mit Pflanzen in verschiedenen Wachstumsstadien
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Verzicht auf Pestizide und leichtlösliche Dünger!
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Wo möglich auch: Tolerieren von Unkräutern/Beikräutern
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Einbau von Strukturen (Hecken, Blühstreifen etc.)
Effekte

Erhöhte Stresstoleranz von Pflanzen durch Mykorrhiza-Symbiosen

Hohe Dichte von Bestäuber-Insekten

Natürliche Schädlingsregulierung durch eine gesunde Nützlingspopulation

Erhöhte Bodenfruchtbarkeit durch eine Vielfalt von Regenwürmern, Bakterien und Pilzen
Biodiversität als wichtiger Produktionsfaktor
Das CTF erlaubt die individuelle Bearbeitung und Bepflanzung einzelner Streifen. Das dabei entstehende Mosaik bietet durchgehend ein vielfältiges Angebot für Insekten, Spinnen und andere Tiere.
Eine stabile Nützlingspopulation reguliert Krankheiten und Schädlinge. Der Verzicht auf Pestizide und leichtlöslichen Dünger (auch Gülle oder Mist) ist Voraussetzung für die Entstehung dieser Diversität und somit für die Selbstregulation des Systems.

Untersaaten
Untersaaten verdrängen Unkraut und schaffen ein geeignetes Mikroklima für Nützlinge. Zudem verbessern sie die Bodenstruktur und können je nach Art Stickstoff binden. Wir experimentieren auch mit Untersaaten im Gemüse.
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Mischkulturen
Verschiedene Sorten auf demselben Streifen nutzen Nährstoffe, Platz und Wasser effizienter. Auch Pathogene, Insektenplagen und Unkräuter werden besser unterdrückt.
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Blühende Gründüngungen
Gründüngungsmischungen bieten Nektarangebot und Rückzugsort für Nützlinge.
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Räumliche Verteilung
Krankheiten breiten sich weniger aus, wenn Streifen der gleichen Sorte räumlich verteilt sind und Nützlinge finden über das ganze Feld Nahrung.
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Mulch
Mulch hält den Boden kühl und feucht und versorgt das Bodenleben mit Nahrung. So werden nützliche Mikroben und Tiere wie Regenwürmer gefördert.
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Struktur
Hohe Kulturen bieten nicht nur Schatten und Windschutz für tiefere Kulturen, sondern bieten zudem Struktur für Vögel und andere Nützlinge.
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Ziel
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Auffangen von Wetterextremen
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Vermindern von Jätaufwand
Ansatz
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Nutzen lokaler Materialien, z.B. Hackschnitzel, Laub, Grasschnitt, Gründüngungen und Stroh
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Wo möglich auch Verwenden von direkt auf dem Beet gewachsenem Material (in-situ Mulch)
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Wo immer möglich auch lebendige Wurzeln im Boden
Effekte
Was ist Mulch?
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Mulch bedeutet Biomasse als Schicht auf dem Beet.
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Mulch ist eine Imitation von Laubfall – etablierte biologische Prozesse können genutzt werden.

Kühles und feuchtes Mikroklima unter dem Mulch, auch an heissen Tagen, verminderte Verdunstung

Schutz vor Abtragung bei Starkniederschlag.

Kontinuierliche Nährstofffreisetzung aus biologischer Umsetzung

Unkrautunterdrückung durch Lichtreduktion am Boden, verringerter Jätaufwand
Grossflächiger Einsatz von Mulch
Obwohl im Gartenbau schon seit Jahrhunderten bekannt, wurde Mulch in der Landwirtschaft bisher nicht grossflächig genutzt. Mit einem umgebauten Ladewagen können wir Mulch maschinell verteilen. Mit dem Mulchtec-Planter können wir anschliessend direkt in den Mulch hineinsetzen. Wir setzen Mulch grossflächig ein bei Kartoffeln und vielen Feldgemüsen (Sellerie, Zwiebeln, Randen, …).
Immergrünes System
Photosynthese bildet die Grundlage für Biomasseproduktion und Kohlenstoffeintrag in den Boden. Dieses Potenzial wird genutzt, wenn der Boden dauerhaft von lebenden Pflanzen bedeckt ist und Wurzelexsudate in den Boden eingetragen werden. Gründüngungen, Untersaaten, begrünte Fahrspuren und weitere Elemente sind Teil eines möglichst immergrünen Systems.
Um die Bodenbedeckung weiter zu erhöhen, erproben wir Untersaaten auch im Gemüsebau. Technische Entwicklungen wie Zwischenreihenmulcher, die Beikräuter oder Untersaaten zwischen den Gemüsereihen kontrollieren, erweitern dabei die praktische Umsetzbarkeit.

Verzicht auf Pestizide und leichtlösliche Dünger
Ziel
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Aufbau eines funktionalen Ökosystems
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Natürliches Gleichgewicht von Nützlingen und Schädlingen
Ansatz
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Mechanische Regulierung von Beikraut wo nötig
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Nährstoffeintrag durch Leguminosen, Mulch, Insekten und andere Biomasse
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Resiliente Pflanzen dank Zusammenspiel von CTF, Vielfalt und Mulch
Effekte
Der Verzicht auf Pestizide und leichtlösliche Düngemittel ist Teil des Systems und Voraussetzung für dessen Fähigkeit zur Selbstregulation. Unter diesen Bedingungen entstehen Biodiversität und Symbiosen.
Nährstoffe sind nicht im Boden gelöst, sondern werden vom Bodenleben laufend umgewandelt und der Pflanze dann zur Verfügung gestellt, wenn sie sie braucht. Dies verringert die Gefahr von Auswaschung und Überdüngung.


















